| Familie Leseratte |
Der Vater, Karl, war arbeiten und hat nun großen Hunger. Was es wohl zu essen gibt? Er fragt seine Frau Natalie: „Natalie, was gibt es zum Mittagessen?“ „Dein Lieblingsessen, Karl, Gemüseauflauf“, ist die Antwort. Sie setzten sich an den Tisch. Die Mutter steht wieder auf und schaut sich um: „Wo ist Matthias? Geh doch bitte nachsehen, Schatz!“ „Ich habe aber Hunger!“ schimpft Karl. Natalie sieht ihn streng an. „Na, gut“, stöhnt der Vater. Der dicke Mann geht schwerfällig die Treppe hoch. „Uff, endlich oben!“ Er macht die Tür auf, an dem das Schild „Mathias“ hängt. „Matthias!“ ruft er. „Hä, was is‘?“ antwortet der kleine Junge, der auf dem Bauch mitten im Zimmer liegt. Der Vater sagt streng: „ Das Essen wird kalt, also beeil dich!“ Der Sohn schaut von einem wohl sehr spannenden Buch auf und sagt: „Ja, ja, schon unterwegs.“ Er steht auf und will runtergehen, da sieht er aber, dass sein Vater sich das Buch interessiert anschaut. „Papa“, fragt er zaghaft, „könntest du jetzt bitte auch kommen?“ „Ja, gleich. Geh schon mal runter!“ antwortet der Vater. Matthias geht nach unten und setzt sich zu seiner Mutter an den Tisch. „Wo ist denn dein Vater?“, fragt sie. „Der kommt gleich“, sagt Matthias. Nach zehn Minuten Wartezeit wird es der Mutter zu bunt: „Matthias, geh jetzt sofort hoch und hol deinen Vater!“ „Mama, was mache ich denn, wenn Papa in der Tür stecken geblieben ist?“, fragt Matthias, bevor er die Treppe hoch rennt. „Los, das Essen wird kalt!“, ruft Natalie sauer. „Papa, Papa! Was machst du? Mama ist stinksauer!“, ruft Matthias. Wo findet Matthias seinen Vater wohl? Natürlich, auf dem dicken Bauch liegend und lesend, in dem Zimmer, an dem vorne das Schild „Matthias“ hängt. „Papa, was machst du?“, fragt Matthias entsetzt. „I, ich, ähm, naja, also. Junge du siehst doch, dass ich beschäftigt bin!“ Matthias antwortet: „Nein, ich sehe nicht, dass du irgendetwas Besonderes machst, nur das du in meinem Lieblingsbuch liest!“ „Ach, jetzt komm essen.“ Mit diesen Worten steht der Vater auf und geht mit seinem Sohn nach unten. „Da seid ihr ja endlich! Ich will nur wissen, was ihr die ganze Zeit gemacht habt.“ fragt die Mutter, die mit dem Auflauf, den sie wieder warm gemacht hat, ins Esszimmer kommt. Sie fragt die Beiden noch einmal: „ Warum habt ihr denn jetzt so lange gebraucht?“ Matthias antwortet: „Papa hat mein Lieblingsbuch gelesen.“ „Ja, wirklich, ein sehr schönes Buch,“, fügt Karl hinzu. Als sie mit dem Essen fertig sind, möchte Natalie das Buch auch gerne einmal sehen. Also gehen sie nach oben und öffnen die Tür zu Matthias Zimmer. „Nein, es ist weg!“, schreit Matthias, „Papa, wo hast du es hingelegt?“ Er sucht, findet das Buch aber nicht. „Mama, Papa, jetzt helft mir doch!“ Natalie und Karl helfen ihrem Sohn, aber das Buch mit dem weißen Umschlag bleibt verschwunden. Nach zweieinhalb Stunden haben sie das Fantasie-Buch immer noch nicht gefunden. „Nein, das schöne Buch!“, weint Matthias. „Beruhig dich, Schatzi!“ Seine Mutter will, dass er aufhört zu weinen. Sein Vater will ihn auch beruhigen: „Das finden wir bestimmt wieder. Kommt ihr beiden, wir wollen runter gehen und Kuchen essen.“ Unten angekommen fällt Matthias ein: „ Wo ist eigentlich Sophie, meine Schwester?“ „Ach ja, Sophie!“ alle drei stürmen schnell die Treppe hoch, reißen die Tür zu Sophies Zimmer auf und sehen sie auf dem Boden liegen und lesen. „Sophie, das ist mein Buch!“, schreit Matthias. „Was ist los?“, fragt seine Schwester, „Was hast du denn, Brüderchen?“ Die Mutter sagt: „Sophia, wir hatten dich schon ganz vergessen.“ „Ihr habt mich vergessen? Ihr, ihr...“, Sophie wird rot im Gesicht. Jetzt kommt auch Karl zu Wort: „Sophia, wieso hast du denn deinem Bruder das Buch geklaut?“ Sophie wird knallrot: „Geklaut? Ihr habt sie doch nicht mehr alle! Geklaut! Geliehen habe ich mir das Buch!“ Matthias schreit sie jetzt an: „ Du hast sie nicht mehr alle! Ohne zu fragen nimmst du mir mein Lieblingsbuch weg!“ „Beruhigt euch Kinder!“, will die Mutter beruhigen. Jetzt meldet sich der Vater wieder: „ Wir haben das Buch doch jetzt wieder!“ „Stimmt, Brüderchen! Hier hast du dein Buch, ich hab‘s sowieso schon zweimal gelesen.“ Sophie gibt Matthias das Buch. „Sag mal, was steht denn eigentlich in dem Buch drin?“, will Natalie nun wissen. Alle antworten gemeinsam: „Die unendliche Geschichte!“ Diese bermerkenswerte, lange Geschichte schrieb Imke Mayer aus der 4c |
